Material und Technik
Abmessungen
Motivmaß H: 101 cm B: 75 cm
Datierung
Inventarnummer
KMV 12
Entscheidende künstlerische Impulse erhielt Jawlensky während seiner Aufenthalte 1903-07 in Paris, wo er mit der Kunst der Fauvisten, vor allem mit Matisse, in Berührung kam. Die Auseinandersetzung mit der gesteigerten Farbbehandlung der Fauves wird in „Mädchen mit Pfingstrosen“ sichtbar. Hinterfangen von einem grellen, türkisgrünen Hintergrund erscheint die Halbfigur eines Mädchens, vermutlich das häufiger dargestellte Modell Resi aus München. Die plastische Erscheinung der Gestalt tritt zugunsten einer starken Flächenwirkung der Farbe zurück. Eingefasst von breiten, schwarzen Konturlinien bestimmt das kräftige Rot der Jacke, des auffälligen Hutes und des Blumenstraußes die Komposition. Ohne Rücksicht auf die spezielle Beschaffenheit der Kleidung versah er ihren gesamten Oberkörper mit kleinen blauen Punkten, deren Farbe im Hut wiederkehrt. Das Gesicht ist als einziges Detail ansatzweise modelliert. Zu dieser Zeit hatte Jawlensky bereits begonnen, nur noch leichte Schatten zu setzen, um bald darauf die Gesichtsflächen vollständig in leuchtende Farb-felder aufzulösen. Der stille, in sich gekehrte Ausdruck der jungen Frau bildet einen wunderbaren Kontrast zur expressiven Farbgebung. Nachdem Jawlenskys „Mädchen mit Pfingstrosen“ schon im Jahr seiner Entstehung in einer Ausstellung der „Neuen Künstlervereinigung München“ zu sehen war, war es 1910 eines der Hauptwerke der Sonderbund-Ausstellung in Düsseldorf. Kurz darauf schenkten Adolf Erbslöh, der mit Jawlensky befreundet war, und Wladimir Bechtejeff es dem Barmer Kunstverein.
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Signatur, Bezeichnung
u. r.: A. Jawlensky.
Reproduktion und Creditline
Creditline
Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum Wuppertal, Foto: Medienzentrum Wuppertal