Denkmal der unbekannten Prothesen

Material und Technik
Abmessungen
Motivmaß H: 66,5 cm B: 82,5 cm
Datierung
Inventarnummer
G 1221
In den zwanziger Jahren machte in Köln eine Reihe linkspolitisch orientierter Künstler, die so genannte „gruppe progressiver künstler“ von sich reden. Sie wandten sich gegen die Sozialkritik der Neuen Sachlichkeit und vertraten eine neue Verbindung von Kunst und Gesellschaft. Mit gegenständlich-konstruktiven Bildformen in Anlehnung an Léger und Schlemmer zeigten sie die Wirklichkeit nüchtern und unsentimental und prangerten soziale Missstände an. Neben Franz Wilhelm Seiwert und Gerd Arntz war Heinrich Hoerle (1895-1936) der Hauptvertreter der Kölner Progressiven. 1920 setzte er sich erstmals mit den Folgen des Ersten Weltkriegs auseinander und veröffentlichte die „Krüppel-Mappe“ mit Lithographien zur Darstellung der seelischen Qualen und dem Elend von Kriegsinvaliden. Zehn Jahre später griff er das Thema im „Denkmal der unbekannten Prothesen“ wieder auf, indem er drei verkrüppelte Figuren einander gegenüberstellte. Bei Hoerle sind diese Roboterwesen schematisierte Typen ohne Individualität; sie werden zu Sinnbildern einer entmenschlichten Kriegswelt. Das Von der Heydt-Museum zählt insgesamt fünf ausgezeichnete Werke von Hoerle, Seiwert und Arntz zu seinem Bestand. Alle Arbeiten wurden in den siebziger Jahren erworben – in jener Zeit, in der die als „entartet“ gebrandmarkten Werke im Rheinland wieder entdeckt und in Ausstellungen gewürdigt wurden.
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Signatur, Bezeichnung
o. Mitte: 19 H 30
Erwerbungsgeschichte

1930-1936: im Besitz des Künstlers | 1936-19.02.1970: Gertrud Alex-Hoerle, Düsseldorf | 19.02.1970-heute: Von der Heydt-Museum, Wuppertal; Ankauf von Gertrud Alex-Hoerle, Düsseldorf, 1970 (Stand: 23.01.2023)

Reproduktion und Creditline
Creditline
Von der Heydt-Museum Wuppertal, Foto: Medienzentrum Wuppertal