Löwin, ein Pferd zerfleischend
Material und Technik
Museum
Abmessungen
Motivmaß H: 142 cm B: 210 cm
Datierung
Inventarnummer
G 0750
Das unvollendete Gemälde aus dem Nachlass von Eugène Delacroix zeigt eindrucksvoll die gewaltige Kraft einer Löwin, die ihre großen Tatzen in das Fleisch eines gestürzten Pferdes geschlagen hat. Die lang gestreckte, katzengleiche Silhouette ist bildparallel angelegt; in Gegenrichtung und starker perspektivischer Verkürzung ist das erlegte Pferd zu sehen. Als Furcht einflößender Blickfang erscheint im Bildmittelpunkt die vom Jagdeifer verzerrte Fratze des Löwenkopfes. Trotz der monochromen Farbgebung mit einer Skala aus Braun- und Grautönen wird durch die bewegte Strichführung und die spontane Ausführung die Dramatik des Kampfes sichtbar.
Als einer der führenden Vertreter der romantischen Malerei in Frankreich hatte Delacroix sich auch von Temperament und Dramatik der flämischen Malerei, vor allem von Rubens’ großartigen „Tier- und Löwenjagden“, inspirieren lassen. In dieser Tradition stehen seine großartigen Darstellungen von Raubkatzen, deren Bewegungen, Spiele und auch deren Kämpfe er im Pariser Jardin des Plantes und auf dem Jahrmarkt von Saint-Cloud beobachtete. Die Löwin interessierte ihn aufgrund ihrer geschmeidigen Bewegungen; gleichzeitig war sie für ihn ein Symbol unbändiger Stärke.
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Signatur, Bezeichnung
unbezeichnet
Reproduktion und Creditline
Creditline
Von der Heydt-Museum Wuppertal, Foto: Medienzentrum Wuppertal