Material und Technik
Abmessungen
Motivmaß H: 101,5 cm B: 87 cm
Datierung
Inventarnummer
G 0587
Im Dezember 1913 fand in der „Neuen Galerie“ in Berlin eine von allen Expressionisten viel beachtete Ausstellung mit Werken von Picasso und afrikanischer Plastik statt. Man kann davon ausgehen, dass auch Karl Schmidt-Rottluff diese Ausstellung gesehen hat, verbrachte er doch seit seiner Rückkehr aus Nidden den Rest des Jahres in Berlin. Unter dem Einfluss der exotischen Plastiken drang er 1914 zu einer neuen stereometrischen Gestaltungsweise vor, zu einer Formreduzierung, die den bisher auf der geschwungenen Linie aufgebauten Volumenstil ablöste. Formveränderungen, Stilisierungen und Verzerrungen wurden von Schmidt-Rottluff aufgegriffen und dem eigenen Schaffen zugänglich gemacht. Das Bild „Zwei Frauen“ zeigt die Ausbildung dieses neuen Stils. In Anlehnung an das afrikanische Figurenbild vereinfachte er die einzelnen Partien der Gesichter auf scharf konturierte Grundformen: Die Köpfe sind jetzt generell überproportioniert und die Nasen nehmen eine stegartige, gebogene Form an, die von afrikanischen Masken herrührt. Neu ist auch die dunkle, grün-braune Farbigkeit, die stets mit Schmidt-Rottluffs Besorgnis angesichts des bevorstehenden Krieges erklärt wird.
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Signatur, Bezeichnung
u. l.: S. Rottluff 1914
Bildrechte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Karte
Reproduktion und Creditline
Creditline
Von der Heydt-Museum Wuppertal, Foto: Medienzentrum Wuppertal